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Der souveräne Umgang mit einem „Problem-Lebenslauf“

 

Nicht immer läuft alles so wie geplant im Laufe des Berufslebens und insofern auch nicht im beruflichen Werdegang. Solche Ereignisse haben letztlich immer auch Einfluss auf Ihren schriftlichen Lebenslauf. 


Die zu klärende Frage ist zunächst, wie konkret unsere moderne Arbeitswelt einen sogenannten „Problem-Lebenslauf“ definiert. Wichtig vorauszuschicken ist hier der generelle Einfluss von Subjektivität. Fragen Sie drei Personen, werden Sie dabei gelegentlich auch auf mindestens drei Meinungen treffen. Die folgenden Tatsachen können grundsätzlich einen negativen Einfluss auf den Lebenslauf nehmen und ihn bei mehreren zusammentreffenden Fakten, bzw. bei extrem ausgeprägten Ereignissen in Kombination oder einzeln zum „Problem-Lebenslauf“ mutieren lassen:


• Kurze Betriebszugehörigkeiten (z.B. unter 1,5 Jahre)
• Extrem kurze Betriebszugehörigkeiten (einige Monate)
• Kündigungen / Wechsel in der Probezeit
• Längere oder sogar lange Zeiten ohne Beschäftigung (z.B. ab 6 Monaten, bzw. auch Jahre)
• Häufige Wechsel zwischen den Abteilungen in einem Unternehmen ohne ersichtlichen Aufstieg
• Hin- und Herspringen zwischen unterschiedlichen Arbeitsbereichen oder hierarchischen Positionen in unterschiedlichen Stellen etc.


Die Liste ist lang. 


Es kann beispielsweise durchaus vorkommen, dass Sie ungewollt ein Unternehmen verlassen müssen und manchmal vielleicht auch schon früher als geplant. Die Gründe hierfür können vielfältig sein. Manchmal erfährt der Stelleninhaber auch nicht einmal den wahren Grund - andere Begründungen werden vorgeschoben. Häufig basiert solch ein ungeplanter Wechsel jedoch auf einer betriebsbedingten Kündigung, wenn also beispielsweise der Arbeitsplatz entfällt oder die Stelle ins Ausland verlagert wird. -In Zeiten der Prozess- und Kostenoptimierung relativ häufig vorkommend.


Natürlich entstehen so mitunter auch kurze Verweilzeiten in Unternehmen. Gelegentlich ist der Wechsel natürlich auch durch den Mitarbeiter selbst bedingt – wie bei einer Eigenkündigung - um eine andere Stelle anzutreten, weil irgendetwas an der Firma, am Vorgesetzten oder am Team nicht gepasst hat. Außerdem geschehen im Leben nun auch einmal Dinge, die sich einfach nicht planen lassen und die man nicht beabsichtigt. Ein längerer Arbeitsausfall und somit u.U. auch eine Lücke im Lebenslauf kann schließlich auch durch eine schwere Erkrankung begründet sein.


In jedem Fall steht der Bewerber mit einem oder sogar mehreren solcher Wechsel oder Kurzzeiten zwischen den Unternehmen oder mit längeren oder häufigen Zeiten ohne Beschäftigung oft vor der großen Herausforderung, den eigenen Lebenslauf trotzdem optimal „verkaufen“ zu müssen. -Nämlich spätestens dann, wenn es ins Vorstellungsgespräch geht. 


Wie nun aber verhalten Sie sich grundsätzlich bei gleichbleibender Souveränität mit solch einem „Problem-Lebenslauf“? Wie gelingt die Formulierung einer dazu passenden Bewerbungsstrategie und wie stellen Sie den Lebenslauf strukturell auf dem Papier dar, damit er auch weiterhin und zukünftig Anklang beim Leser findet?


Denken Sie an Ihre Festplatte: Auch diese sollte hin und wieder defragmentiert werden. Ebenso sollten Sie mit den einzelnen Puzzleteilen Ihrer Berufstätigkeit umgehen. Grundsätzlich ist jede Situation anders und zunächst immer individuell zu prüfen, bevor eine konkrete Strategie dazu entwickelt wird. Es passt eben gerade bei diesem Thema nicht alles für jeden und jede Situation – besondere Überlegungen müssen jeweils angestellt werden.


Manchmal lassen sich viele Kurzstationen thematisch einfach gut und schlüssig zusammenfassen. Eine andere Möglichkeit besteht auch darin, den Lebenslauf nach Themen oder Berufsfeldern aufzubauen – abseits des gewohnten Aufbaus. Kurze Zeiten ohne Beschäftigung (bis zu zwei, drei Monaten) gelten nicht zwangsläufig als „Lücke“ und müssen daher auch nicht unbedingt benannt werden. Es ist nicht immer davon auszugehen, dass man nahtlos von Stelle zu Stelle gelangt. 


Vielleicht aber waren Sie auch sehr lange in einem einzigen Unternehmen und hatten darin unterschiedliche Stellen? Dann stellen Sie doch einfach mal den Gesamtzeitraum in dem Unternehmen als eine Position in Ihrem beruflichen Werdegang dar – so wird die Gesamtdauer wesentlich transparenter und ist für den Leser schneller zu erkennen.


In jedem Falle sollten Sie jedoch selbstbewusst bleiben – schriftlich und in der mündlichen Präsentation - und möglichst dicht an der Wahrheit. Allerdings ist auch festzustellen, dass die volle Wahrheit nicht immer gut ankommt, bzw. einem Kandidaten auch dauerhaft im Wege stehen kann. 


Hand aufs Herz: Welches Unternehmen stellt beispielsweise einen Kandidaten ein, der offen und ehrlich zugibt an einer schweren psychischen Erkrankung zu leiden, die auch den Arbeitsalltag beeinflussen kann? Wird in solch einem Fall nicht doch eher geprüft, ob es evtl. noch einen anderen Kandidaten gibt, der „noch besser passt“? Leider wird das häufig der Fall sein – vor allem der Leistungsgesellschaft geschuldet, in der wir uns alle zusammen bewegen. 


Allerdings gibt es natürlich immer auch positive Gegenbeispiele. 

Jeder Bewerber muss auf jeden Fall für sich abwägen, wie offen und ehrlich er oder sie sich präsentieren kann und möchte. Es kann aber auch ratsam sein, gerade ganz bewusst offen und ehrlich mit einer solchen Herausforderung umzugehen. Denn nur so werden Sie letztendlich erfahren, in welchem Unternehmen und in welchem Umfeld Ihr „Thema“ eine untergeordnete Rolle spielt und stattdessen Wert auf Ihre Persönlichkeit und Ihre Arbeitsleistung gelegt wird. 


Bleiben Sie immer authentisch und verbiegen Sie sich nicht – auch wenn es einmal unangenehm wird. Es wird sich immer ein Umfeld finden, in das Sie optimal hineinpassen und in dem Sie wertgeschätzt werden. 

Das Wichtigste bleibt dabei Ihr Selbstwertgefühl, Ihr Durchhaltevermögen und Ihre Zuversicht. 




Wozu man überhaupt ein Deckblatt erstellen sollte


Es gibt Lebensläufe mit und ohne Deckblatt. Doch was genau sollte eigentlich auf diesem Deckblatt stehen, bzw. auf dieser "3. Seite"? Und wann und warum nutzt man überhaupt ein Deckblatt?


Diese Fragen haben Sie sich vielleicht auch schon häufiger gestellt.


Grundsätzlich sind Sie heutzutage relativ frei in der Gestaltung Ihrer Bewerbungsunterlagen und insofern dürfen Sie auch selbst entscheiden, ob Sie ein Deckblatt erstellen oder eben nicht. 

Falls Sie sich jedoch für eines entscheiden, sollte es auch sinnvoll genutzt werden und nicht nur, um eben eine solche 3. Seite vorweisen zu können.


Ein grafisch und farblich schön gestaltetes Deckblatt macht nicht nur optisch einen guten Eindruck, sondern kann auch ganz gezielt dazu genutzt werden, um Ihr persönliches Selbstmarketing zu verbessern und um somit Ihren Marktwert zu erhöhen. 


Nutzen Sie das Deckblatt, um zunächst Ihr Bild "in Szene" zu setzen. Auch bei der Größe Ihres Bewerbungsfotos gibt es keine Vorgaben. Gefragt ist was gut aussieht und überzeugt. Grundsätzlich sollten Sie ein professionelles Foto vom Fotografen einsetzen und gern euch etwas größer als gewöhnlich. Bis zu einem Drittel der Seite vielleicht sogar?


Natürlich sollten Sie auch Ihre vollständigen Kontaktdaten ergänzen und nennen. Diese sollten idealerweise auf jeder Folgeseite ebenso genannt werden und auch im gleichen Layout erscheinen, zumal Sie somit Ihre eigene "Corporate Identity" schaffen. Nutzen Sie diese auch beim Anschreiben. Dann sieht alles wie "aus einem Guss" aus und Sie machen sich selbst zu einer Marke. 


Nachdem all dies geschehen ist, empfehlen wir vor allem, dem Leser eine Kurzzusammenfassung Ihres Werdeganges auf dem Deckblatt zu verschaffen. 


Mehr als 7 Punkte sollten es allerdings nicht werden, zumal ansonsten die Optik leidet und alles auch als "zu dick aufgetragen" empfunden werden könnte.


Bleiben Sie immer "auf dem Boden" der Tatsachen, aber rücken Sie sich dennoch "ins rechte Licht". 


Fassen Sie sowohl fachliches wie auch persönliche Kompetenzen sinnvoll auf dem Deckblatt zusammen, so dass der Leser schnell und auf einen Blick erkennt, dass Sie der richtige Kandidat sind. 


Je besser und überzeugender die 3. Seite gestaltet wird, desto höherwertig empfindet man auch automatisch Ihre gesamte Bewerbung, die man künftig mit einem ganz anderen Gefühl lesen wird. 


Viel Erfolg bei der perfekten Selbstvermarktung!




Weshalb Bewerber mit einem “ungeraden” Lebenslauf oft die interessanteren Kandidaten sind

Menschen lernen durch Erfahrungen. Gleichzeitig besteht das Leben aus Höhen und Tiefen. Es gibt vielerlei Gründe, wodurch ein Lebenslauf “aus der Bahn” gerät oder vorübergehend “unterbrochen” wird. Psychische oder physische Krankheiten, persönliche Schicksalsschläge, unerträgliche oder unzumutbare Arbeitssituationen (Mobbing, Belästigung, Neid, unsachliche Umgehensweisen usw.), die falsche Wahl der Berufsrichtung oder ein Arbeitsumfeld, welches nicht zur Person passt, da es schlicht und einfach nicht mit den eigenen Wertevorstellungen vereinbar ist, Stellenabbau durch betriebliche Umstrukturierungen, schwierige familiäre Situationen, befristete Arbeitsstellen usw.

Es ist davon auszugehen, dass zukünftig die allgemeine “Qualität” der Lebensläufe durch vorgenannte Gründe weiter “abnehmen” wird - insoweit man die Gradlinigkeit eines Lebenslaufes mit einer “hohen Qualität” eines Bewerbers gleichsetzt, wie es bedauerlicherweise häufig der Fall ist.

Doch weshalb sollte ein Bewerber, bei dem im Leben immer alles “rund” lief nun eigentlich besser als neuer Mitarbeiter geeignet sein als derjenige, der bereits Höhen und Tiefen gemeistert hat ???

Weshalb entscheiden sich einige Personalverantwortliche also oft für Kandidaten, die auf dem Papier immer auf der Sonnenseite des Lebens wandelten ???

Wie werden sich diese “sonnenverwöhnten” Personen im Tagesgeschäft verhalten, wenn es hart auf hart kommt und es darum geht, echte Probleme lösen zu müssen, um das Unternehmen auf Kurs zu halten ???

Wer wird zuerst “von Bord” springen ???

Selbstverständlich müssen immer auch die fachlichen Qualifikationen eines Bewerbers zur Vakanz passen, damit der Arbeitsplatz gut bewältigt und Ziele erreicht werden können. Dennoch sollte auch - und gerade verstärkt - den “Soft Skills” der Kandidaten ein größeres Augenmerk geschenkt werden. Glücklicherweise werden diese weichen Faktoren in fortschrittlichen Personalabteilungen und Unternehmen heute bereits mehr und mehr fokussiert und in den Auswahlprozess verstärkt mit einbezogen.

Trotzdem erleben wir nach wie vor leider häufig, dass Bewerber mit großem Potential und einer sehr hohen Eigenmotivation aufgrund von Unterbrechungen oder Richtungswechseln im Lebenslauf abgelehnt werden. Das ist für beide Seiten bedauerlich und schafft viel Frust und Demotivation bei dem jeweiligen Kandidaten.

Beispiel Stellenabbau: Der betriebsbedingt Gekündigte, wird zunächst schon durch die Kündigung an sich “bestraft”. Bewirbt er sich danach weiter, da er neuen Mut geschöpft hat und “wieder aufsteht”, nachdem er “gefallen” ist, muss er sich in Gesprächen für den “Wechsel” mitunter rechtfertigen - insbesondere wenn er ein solches Fiasko schon häufiger erleben musste oder vor allem auch wenn sich diese Stellenstreichung nach einer relativ kurzen Betriebszugehörigkeit ereignete und wird somit ein weiteres Mal “bestraft”.

Warum ???

Wenn Sie sich als Bewerber hier wiedererkennen, dann möchte ich Ihnen Mut machen: Erhalten Sie eine Absage nur aufgrund von Umständen in Ihrem Lebenslauf, die Sie selbst nicht beeinflussen konnten oder weil sich Ihr Leben einfach in eine andere Richtung entwickelt hat, geben Sie nicht auf! Eines Tages wird jemand erkennen, was Sie in Ihrem Leben schon alles geleistet haben, welche Probleme Sie schon erfolgreich bewältigen konnten und was für eine starke Persönlichkeit Sie dadurch geworden sind!

Auf einer “kurvigen” Straße lernen wir das Fahren!

Dort wo man all dies nicht erkennt oder gar ablehnt, da hätten Sie sicherlich auch rein menschlich gesehen wenig Möglichkeiten gehabt, Ihre Karriere fortzusetzen.